SRS: Stolpern, Rutschen, Stürzen – Daten und Fakten

Ausrutschen und Stürzen sind mit die häufigsten Vorkommnisse bei nassen oder öligen Untergründen und für etwa 20-30% aller Unfälle mit längeren Ausfallzeiten verantwortlich.

Die Hauptursachen für SRS-Unfälle

• Rutschige / nasse Oberfläche, hervorgerufen durch Wasser oder andere Flüssigkeiten
• Rutschige Oberflächen hervorgerufen durch trockene / staubige Verunreinigungen, wie z.B. Sägespäne
• Zeitweise oder dauernde Hindernisse im Arbeitsbereich
• Unebene Oberflächen und Übergänge zwischen verschiedenen Arbeitsebenen, z.B. bei Rampen.

Wie die Zahlen der Berufsgenossenschaften und anderer Arbeitsschutzorganisationen zeigen, sind Unfälle bedingt durch diese 4 Faktoren für die meisten aller mehrtägigen Ausfallzeiten verantwortlich.
Deshalb sind vorbeugende Maßnahmen hier absolut sinnvoll und auch für die Arbeitsproduktivität äußerst `rentabel´.

Rutschige / nasse Oberfläche, hervorgerufen durch Wasser oder andere Flüssigkeiten - Traktion und Haftung erhöhen

Nasse Umgebung - AntirutschmatteBöden können sehr gefährlich rutschig werden, wenn sie mit Feuchtigkeit oder öligen Abfällen verschmutzt sind. Hervorgerufen wird dies durch einen Zustand, der im Moment des Aufsetzens der Schuhsohle auf den Boden entsteht. In diesem Moment entsteht ein Flüssigkeitsfilm unter der Sohle - vergleichbar mit einem Aquaplaning Film beim Autoreifen.
Der Fuß hat dann - genau wie der Reifen - keine Traktion mehr und rutscht unkontrolliert weg - die Person hat keine Kontrolle mehr und stürzt.
Da sich die Verursacher dieser Feuchtigkeit - Wasser, Öl, Fett, Seife, Reinigungsflüssigkeit - meist nicht verhindern lassen, muss die Traktion durch Arbeitsschuhe mit gutem Profil und durch rutschhemmende, feuchtigkeitsableitende Antirutschmatten verhindert werden.

Rutschige Oberflächen hervorgerufen durch trockene / staubige Verunreinigungen - Rutschhemmung erhöhen, Oberfläche sauber halten

Industrieanwendung für AntirutschmattenNasse Umgebung - AntirutschmattBöden können auch durch trockene, staubige oder kleinkörnige Verunreinigungen rutschig werden. Beispiele sind hier Sägespäne, Sand, Pulver, Granulat, Muttern, kleine Schrauben usw., die sich am Arbeitsplatz auf dem Boden ansammeln.
Diese Verunreinigungen wirken wie kleine Kugeln, die zwischen der harten Bodenoberfläche und der weicheren Schuhsohle wie ein Kugellager wirken und den Fuß leicht gleiten lassen - man rutscht aus.
Durch rutschhemmende Oberflächen mit groben Strukturen und durch größere Löcher in den Arbeitsplatzmatten werden die trockenen Verunreinigungen weggeführt und die Standoberfläche bleibt sauber.

Hindernisse im Arbeitsbereich, unebene Oberflächen und Übergänge zwischen verschiedenen Arbeitsebenen - Optische Warnung + Erhöhung der Rutschsicherheit

Überall, wo es Hindernisse gibt, wo es uneben ist und wo verschiedene Arbeitsebenen vorhanden sind, steigt die Unsicherheit beim Stehen und die Gefahr von Stürzen. Wenn ein Fuß keinen Halt mehr findet, wird der Stand unsicher und die Gefahr steigt.
Gerade an Treppenkanten und erhöhten Arbeitsflächen ist die Situation oft besonders riskant - Gewebebänder oder entsprechende Platten mit Mineralkörnung können für bessere Rutschhemmung sorgen, geeignete Warnfarben wie schwarz-gelb oder rot-weiss signalisieren rein optisch Gefahrstellen und erhöhen die Aufmerksamkeit.

Wie werden Rutschhemmklassen gemessen?

Wie gut eine Antirutschmatten das Ausrutschen verhindert, ist vor allem abhängig von der Fähigkeit, ein `Aquaplanning´ zu verringern.
Dazu gibt es unterschiedliche Messmethoden, die sich vor allem im `Rutschmedium´ unterscheiden.

Die wohl bekannteste Messmethode ist die Prüfung nach DIN 51130 zur Ermittlung der R-Klassen, Messung mit Öl und Arbeitsschuhen

Dabei wird die Antirutschmatte auf ein Prüfgestell gelegt und 200 ml pro Quadratmeter Motoröl aufgetragen. Eine Prüfperson begeht mit normierten Arbeitsschuhen den Belag. Dabei wird das Gestell hinten immer weiter angehoben. Der Prüfer läuft auf der so immer steiler werdenden Rampe auf und ab, bis er ausrutscht oder sich unsicher fühlt. Der erreichte Neigungswinkel des Gestells wird gemessen und daraus die Bewertungsgruppe ermittelt.

Rutschsicherheitswerte R mit Gradzahlen:
R9 -- Neigungswinkel 6° - 10°
R10 -- Neigungswinkel >10° - 19°
R11 -- Neigungswinkel >19° - 27°
R12 -- Neigungswinkel >27° - 35°
R13 -- Neigungswinkel >35°

Bei nassbelasteten Barfußbereichen erfolgt die Messung mit Wasser und Barfuß, Prüfung nach DIN 51097

Auf dem gleichen Gerät mit der verstellbaren schiefen Ebene wird entspanntes Wasser anstelle von Öl als Gleitmittel aufgebracht. Die Prüfpersonen sind barfuß.
Durch den Neigungswinkel werden dabei die Rutschsicherheitswerte A, B oder C definiert.

A -- Mindest-Neigungswinkel 12° -- (Anwendungsbeispiel Umkleideräume)
B -- Mindest-Neigungswinkel 18° -- (Anwendungsbeispiel Duschräume, Beckenumrandungen, Sprungturm-Aufgänge)
C -- Mindest-Neigungswinkel 24° -- (Anwendungsbeispiel Durchschreitebecken)

Der Verdrängungsraum wird dann gemessen, wenn fettige, pastöse oder faserig-zähe Stoffe auf den Boden gelangen können

In solchen Arbeitsbereichen müssen Böden gegebenenfalls auch noch einen `Verdrängungsraum´ besitzen. Dieser Verdrängungsraum ist definiert als der offene Hohlraum zwischen Schuhsohle und Bodenbelag. Er wird in vier V-Klassen unterteilt und gibt an, welche Flüssigkeitsmenge in cm³ der Boden auf einem dm² mindestens aufzunehmen hat.

V4 -- Mindest-Hohlraumvolumen 4 cm³/dm²
V6 -- Mindest-Hohlraumvolumen 6 cm³/dm²
V8 -- Mindest-Hohlraumvolumen 8 cm³/dm²
V10 -- Mindest-Hohlraumvolumen 10 cm³/dm²

Fazit: SRS Unfälle können sicherlich nie ganz verhindert werden - aber es gibt eine Menge Möglichkeiten, die Häufigkeit und Schwere zu reduzieren - für die Gesundheit der Mitarbeiter und die Erhöhung der Arbeitsproduktivität.

Antirutschmatten RatgeberUnseren Ratgeber und Beratungsfragebogen zur Auswahl der richtigen Antirutschmatte können Sie hier downloaden

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