Gummisorten für Gummimatten und Bodenbelag

Gummi ist für die Herstellung von Bodenbelägen und Matten ein wichtiger Rohstoff - hier ein Überblick über die Gummisorten

Stabil, belastbar, einfach zu verarbeiten und äußerst widerstandsfähig ist Gummi das ideale Material für rutschfeste Bodenmatten, die im Innen- und Außenbereich Verwendung finden, im Industriebereich genauso wie im privaten Zuhause.

Früher bezeichnete der Begriff Gummi allein Naturkautschuk oder kautschukähnliche Pflanzensäfte. Trocknen diese Säfte, entstehen elastische Feststoffe aus einem wasserlöslichen Anteil und den Gummiharzen. Heute wird Kautschuk meist synthetisch hergestellt. Je nach verwendeter Rohstoffbasis entstehen Werkstoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Naturkautschuk (NK / NR)

Gewonnen wird Naturkautschuk (Natural Rubber = NR) aus dem auch Latex genannten Milchsaft tropischer Pflanzen, vor allem aus dem Kautschukbaum, einem Wolfsmilchgewächs. Um Gummi herzustellen, wird die Latexmilch vulkanisiert: unter Zugabe von Schwefel, Katalysatoren und einigen anderen Zusatzstoffen erhitzt. Durch diesen Prozess erhält Gummi seine elastischen Eigenschaften. Naturkautschuk zeichnet sich durch eine sehr hohe Elastizität, Zugfestigkeit und Kälteflexibilität aus. Das macht Naturkautschuk zum idealen Material für Bodenmatten für den Außenbereich, für widerstandsfähige Industriematten und für Gummi-Bodenroste, die in Bereichen mit erhöhtem Hygienebedarf zum Einsatz kommen.

Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR)

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat Synthesekautschuk an Bedeutung gewonnen und macht heute rund 60 Prozent des weltweiten Kautschukverbrauchs aus. Der älteste synthetische Kautschuk ist der Styrol-Butadien-Kautschuk oder Styrene Butadiene Rubber, kurz SBR. 1929 gelang zum ersten Mal die Herstellung dieses Synthesekautschuks mit Hilfe der Emulsionspolymerisation. Die Ausgangsstoffe Styrol und Butadien emulgieren unter Zugabe von Wasser, Emulgatoren und Katalysatoren bei 5 Grad Celsius; diese Kaltpolymerisation macht das Gummi elastischer. Bei der Polymerisation bilden sich lange Ketten der einzelnen Moleküle, eine synthetische Latexmilch entsteht. Wie natürliche Latexmilch wird diese vulkanisiert. Im Vergleich zum Naturkautschuk ist SBR hitzebeständiger, widerstandsfähiger gegen Abrieb und Alter, jedoch weniger elastisch und kälteflexibel. Um die Flexibilität zu erhöhen, wird SBR bei der Herstellung von Gummimatten häufig mit Naturkautschuk versetzt (SBR/NR).

Chloropren-Kautschuk (CR)

Chloropren-Kautschuk, Abkürzung CR, ist auch unter dem Namen Neopren bekannt, eine Marke des Handelsunternehmens DuPont. Neopren eignet sich nicht nur für die Herstellung isolierender Tauch- und Sportbekleidung; durch die Vulkanisation wird das sehr dehnbare Gummi nicht spröde, ist beständig gegenüber Witterungseinflüssen, Wasser, Öl und zeichnet sich durch eine gute Flammwidrigkeit aus. Gummimatten aus Chloropren-Kautschuk sind hervorragend für den Außeneinsatz und die Verwendung in der Industrie geeignet.

Butadienkautschuk (BR)

Butadienkautschuk, hergestellt seit 1949, weist eine hervorragende Elastizität und eine Temperaturbeständigkeit von -80 bis +90 Grad Celsius auf. Seine Eigenschaften ähneln denen von Naturkautschuk, das Material ist sehr abriebfest und rissbeständig. Diese Eigenschaften machen Butadienkautschuk zum zweitwichtigsten industriell verwendeten Kautschuk nach SBR, der vor allem in der Reifenindustrie zum Einsatz kommt. Auch für temperaturbeständige und abriebfeste Gummimatten wird das Material, einzeln oder mit SBR oder Naturkautschuk versetzt, verwendet.

Butylkautschuk (IIR)

Butylkautschuk zeichnet sich vor allem durch seine guten Dämpfungseigenschaften aus. Das Gummi ist außerdem beständig gegenüber Säuren und Basen, witterungsfest und ozonbeständig. Darüber hinaus weist es ein hohes elektrisches Isolationsvermögen auf und bleibt bei tiefen Temperaturen elastisch. Gegen Öle und Fette ist Butylkautschuk jedoch nicht beständig.

Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM)

Dieser Synthesekautschuk weist eine gesättigte Gerüststruktur auf, die zu sehr hoher Wetter- und Ozonbeständigkeit führt. EPDM ist außerdem sehr elastisch, allerdings nicht sehr widerstandsfähig gegenüber Öl. Eingesetzt wird dieses Gummi vor allem für Dichtungen und Schläuche, durch die Heißwasser oder Dampf geleitet werden.

Butadien-Acrylnitril-Kautschuk (NBR)

Dieser synthetische Kautschuk besteht aus Acrylnitril und Butadien und zeichnet sich durch sehr gute Beständigkeit gegen Mineralöl und anderen Kraftstoffen aus. Bei Druck verformt er sich nur wenig, ist allerdings auch nur wenig elastisch. NBR wird hauptsächlich zur Herstellung von Dichtungen und Schläuchen verwendet.

Silikonkautschuk (Q)

Silikonkautschuk entsteht durch die Polymerisation von Silikon- und Sauerstoffatomen. Silikonkautschuk ist temperaturbeständig im Bereich von -60 bis +180 Grad Celsius, ozon- und alterungsbeständig sowie widerstandsfähig gegenüber Chemikalien.

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